Investieren konform mit den Pariser Klimazielen

Wissenschaftlich fundiert

Seit 32 Generationen bewirtschaftet die Familie Salm-Salm Wälder, Felder und Weinberge. Der menschengemachte Klimawandel ist hier deutlich spürbar. Borkenkäfer zerstören die Fichtenbestände, Äcker werfen weniger Ertrag ab, die Weinlese verschiebt sich von Jahr zu Jahr nach vorne. Klimawandel bedeutet eine unkontrollierbare Zunahme von Risiken wie Dürren, Flucht, Überschwemmungen und Ressourcenknappheit. Nach aktuellem Stand der Wissenschaft läuft die Menschheit in ein 3 Grad Szenario. Den Klimawandel zu bekämpfen erfordert vielfältige Ansätze. Ein wichtiger Ansatz ist das verantwortungsvolle Investieren um die Transformation vom Heute zum Morgen durch bewusste Anlagentscheidungen zu begleiten und möglich zu machen. Das ist unser Anspruch. 

Finanzsströme verantwortungsvoll zu lenken erfordert aber auch das Wissen, welche Unternehmen kompatibel mit dem 2 Grad Ziel sind.  Vor vier Jahren haben wir als Vorreiter damit begonnen, diesen Aspekt in unseren Allokationsprozess aufzunehmen.

Seit 2018 analysieren wir gemeinsam mit den Frankfurter Klimawissenschaftlern von right. based on science unsere Mandate und Fonds um die Auswirkungen unserer Investments auf die Erderwärmung zu messen und zu bewerten

 

Ansätze

Marktstandard: Carbon Footprinting

Carbon Footprinting, also das Messen und Ausweisen historischer Emissionen in Tonnen CO2 ist ein erster Schritt und die gängigste Methode zur Bewertung eines Unternehmens oder eines Portfolios. Der Footprint kann mit einer Benchmark verglichen werden und als Kriterium zur Titelselektion oder Fondsauswahl hinzugezogen werden. Limitationen sind vor allem die fehlende Zukunftssicherheit. Ein Unternehmen, welches heute hohe Emissionen ausstößt, kann diese morgen deutlich reduzieren. Ebenso ist eine Umrechnung oder Bewertung der Messgröße Tonnen CO2 im Kontext des Grad Celsius Ziels schwer durchführbar. 

Der Footprint unseres Salm Nachhaltige Aktienstrategie liegt beispielsweise knapp 80% unter dem des MSCI World. 

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Bewertung der Zukunft: Die XDC

Das vom Frankfurter Startup right. based on science entwickelte „X-Degree Compatibility“ (XDC) Modell verknüpft Klimawissenschaft und Finanzen: Es berechnet den Grad an Erderwärmung, mit der ein Portfolio bzw. ein Einzelunternehmen kompatibel ist. Hierzu werden Emissionen (einschließlich Scope 3) in Relation zur Bruttowertschöpfung (BWS) gesetzt und anschließend auf die globale BWS skaliert. Ein wissenschaftliches Klimamodell ermittelt die resultierende planetare Erwärmung in Grad Celsius. Durch die Normierung nach BWS wird der irreführende Vergleich absoluter tCO2e Ausstöße von Unternehmen unterschiedlicher Größe und Ausrichtung vermieden. Um den Eigenheiten verschiedener Industrien Rechnung zu tragen, wird jeder Wert mit einem sektor-spezifischen ‚Temperatur-Limit‘ (sog. Ziel XDC) abgeglichen, um die Paris-Kompatibilität festzustellen.

Dieser Ansatz ermöglicht uns eine Zukunftsbetrachtung und Bewertung der investierbaren Unternehmen nach ihrer Kompabilität mit dem Pariser Klimaabkommen. 

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Unsere Beweggründe

Risikomanagement


Längst ist klar, dass Klimarisiken auch finanzielle Risiken sind. So schlägt der Klimawandel sich auch in den Bilanzen der von uns analysierten Unternehmen oft schleichend und zunehmend expotentiell nieder. Vormals profitable Geschäftsmodelle sind zu hinterfragen. Die Unfähigkeit zur Transition bringt schwerwiegende wirtschaftliche Folgen für ganze Industriezweige mit sich. Es geht somit nicht nur um das Reporting, sondern auch um eine aktive Portfoliosteuerung, also eine Anpassung im Sinne eines Temperature Alignment.


Hat die Implementierung von ESG und Nachhaltigkeitskriterien seit dem Zusammentreffen der Brundtland Komission 1978, welche den Nachhaltigkeitsbrgriff entscheidend prägte, Jahrzehnte gedauert, so ist der Entwicklungspfad rund um klimaoptimierte Investitionen expotentiell schneller. 2020 unterzeichneten zuletzt 16 Akteure des deutschen Finanzsektors mit Aktiva von mehr als 5,5 Billionen Euro eine Selbstverpflichtung, ihre Kredit- und Investmentportfolien im Einklang mit den Zielen des Pariser Klimaabkommens auszurichten. Mithin steigt der Druck für die gesamte Finanzwirtschaft, geeignete Methoden zur Messung und Steuerung von Klimaauswirkungen im Portfolio zu finden und zu implementieren. 

In 2016 haben wir die Chancen dieser Entwicklung gesehen und mit Auflegung des Salm Nachhaltigen Aktienstrategie Klimarisiken erstmals im Portfoliokontext bewertet.  


Die zunehmende Regulierung sowohl in der Finanzwirtschaft als auch der Realwirtschaft, etwa im Zuge des EU Green Deal, hat zur Folge, dass klimakompatible Unternehmen nicht nur finanzielle Risiken minimieren, sondern auch das Renditepotenzial steigern können. Während Verfahren zur Emissionsdatenerhebung ebenso wie Berechnungsmodelle zu deren Auswirkungen nach wie vor in der Verfeinerung und Weiterentwicklung begriffen sind, ist doch bereits jetzt offenkundig, dass eine frühzeitige Integration in das Portfoliomanagement sowohl finanziell als auch ideell zielführend ist.


Die Beachtung und Bewertung von Klimarisiken bei der Geldanlage wird zunehmend auch von den nationalen und internationalen Regulatoren fokussiert. Nachdem die EU Kommission bereits 2018 ausdrücklich auf die „doppelte Materialität“ wirtschaftlicher Aktivitäten hingewiesen hatte – neben den Outside-in Risiken des Klimawandels für Unternehmen auch die Inside-out Wirkungen des Unternehmens auf das Klima, – folgte im Dezember vergangenen Jahres die Bank of England mit der Empfehlung eines Temperature Alignment von Portfolien. Die deutsche Wertpapierafusicht BaFin veröffentlichte am 20.12.2019 ein vielbeachtetes Merkblatt zum Umgang mit Nachhaltigkeitsrisiken. „Wir erwarten, dass die beaufsichtigten Unternehmen sich mit den entsprechenden Risiken strategisch auseinandersetzen“, erläuterte Frank Pierschel, Chief Sustainable Finance Officer der BaFin.

Unser global anlegender Aktienfonds Salm-Salm Nachhaltige Aktienstrategie ist das erste Portfolio weltweit, welches entlang des XDC Modells gemanagt wird und nachweislich mit den Pariser Klimazielen vereinbar ist. Er liegt sogar um 0,4 Grad unter der sektor-spezifischen Temperatur-Obergrenze (Portfoliolevel), um die globale Erwärmung bis 2050 auf max. 1,75°C zu begrenzen.

Die hervorragende Vereinbarkeit von notwendigen Klimazielen und einem wirtschaftlich hochattraktiven, globalen Aktienportfolio ist gegeben. Das Portfolio ist regional und sektoral stark diversifiziert, besteht aus global führenden Großunternehmen mit hoher Bilanzqualität, starker Innovations- und Ertragskraft sowie entsprechenden Klimastrategien. In den mehr als drei Jahren seit Auflage der Strategie konnte die globale Aktienrendite vollumfänglich abgebildet werden. Die strengen Nachhaltigkeitskriterien des Hauses Salm-Salm finden auch in der Aktienstrategie Anwendung und ergänzen den Klimafokus ideal.